Gerhard Schubert GmbH

Keine Science-Fiction mehr

Computer und Roboter werden immer intelligenter. Industrieroboter ohne Schutzraum, sogenannte Cobots, können einfache Aufgaben übernehmen. Kein Wunder also, dass Schubert bereits am ersten firmeneigenen „Cobot“ tüftelt. Als Pionier der Robotertechnik in der Verpackungsbranche hat das Unternehmen bereits 1981 den weltweit ersten Verpackungsroboter gebaut. Bis heute setzt Schubert in seinen TLM-Maschinen ausschließlich eigene Roboter ein.

Ein Cobot allein löst keine Verpackungsaufgabe. Die auf dem Markt verfügbaren kollaborativen Roboter von Universal, Kuka, Fanuc, ABB und anderen Roboterherstellern sind für viele Verpackungsaufgaben ungeeignet. Viele sind zu langsam und können bei höheren Geschwindigkeiten und der Berührung eines Menschen nicht mehr sicher gestoppt werden. Kein Problem für Schubert, denn hier wird seit jeher im Haus entwickelt, was der Markt nicht hergibt. „Es macht uns Spaß, neue und eigene Wege zu gehen. Daher arbeiten wir gerade an unserem ersten Cobot namens tog.519“, sagt Ralf Schubert, Geschäftsführender Gesellschafter der Gerhard Schubert GmbH. Der tog.519 ist für Pick-and-Place-Aufgaben und zur Vereinzelung von Produkten mit kleinen Gewichten geeignet.

Eine typische Aufgabe ist beispielsweise das Einsetzen von Pouches in die Kette eines vorhandenen Kartonierers. Dafür werden sonst ein oder zwei Personen benötigt, die die Pouches aus der Kiste nehmen und in die Kette einlegen. Der tog.519 erkennt die Pouches, auch wenn sie übereinander liegen, und identifiziert die Kettenteilungen, in die er sie ablegen soll.

Der Cobot von Schubert ist schnell und benötigt keine Schutztüren. Er wird langsamer, wenn ihm Menschen nahekommen, und bleibt sicher stehen, bevor er mit Menschen in Berührung kommt. Deshalb handelt es sich eigentlich um einen kooperativen Roboter und nicht um einen kollaborativen Roboter.

Die Spezialisten bei Schubert arbeiten an einem Schubert eigenen Cobot namens tog.519. v. l. n. r. Daniel Greb, Volker Haaf, Achraf Ben Salem.

tog.519 im Testbetrieb

Der tog.519 wird Ende des Jahres 2019 bei einigen Kunden für Testläufe im Einsatz sein. „Der entscheidende Vorteil für unsere Kunden ist, dass der kooperative Roboter einfach in Betrieb zu nehmen ist“, sagt Ralf Schubert. „Wir liefern alle Komponenten des Cobot-Gesamtsystems: einen kleinen Behälter, ein Zuführband und den kooperativen Roboter. Über eine spezielle App kann unser Kunde den Cobot ohne Programmierung selber in Betrieb nehmen.“

„Wir zeigen unseren Cobot erstmals auf der interpack 2020“, sagt Ralf Schubert. Nach dem tog.519 können weitere kollaborative oder kooperative Roboter folgen, zum Beispiel solche für höhere Gewichte und vielleicht auch zum automatischen Beladen von Magazinen mit Zuschnitten.

Ralf Schubert ist sich sicher: „Unsere togs werden immer intelligenter. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis smarte Cobots in der Lage sein werden, sich Verpackungsaufgaben eigenständig anzutrainieren.“

Die Daten des tog.519:

  • Gesamtsystem mit einer Steuerung für Roboter, Bildverarbeitung und Peripherie (z. B. Zuführbänder)
  • Leistung: 80 Takte pro Minute
  • Produktgewicht unter 700 g
  • 5 NC-Achsen, dezentrale Servoverstärker
  • Kameras für die Bildverarbeitung im Roboter integriert
  • Keine Programmierung der Bildverarbeitung, Lernen mit künstlicher Intelligenz
  • Griff in die Kiste möglich
  • Geringer Platzbedarf und einfache Positionierung in der Produktionsumgebung
  • Einfache Programmierung und Inbetriebnahme von Roboter und Peripherie durch den Endkunden möglich
  • Preis des Cobot-Gesamtsystems knapp unter 90.000 €
  • Cloud-Anbindung möglich

Typische Aufgaben:

  • Flaschen aufstellen und in Pucks setzen
  • Produkte in Schachteln setzen
  • Trays entstapeln
  • Pouches in die Kette eines Kartonierers einlegen
  • Teile vereinzeln, wie z. B. Deckel oder Pumpen von Shampoo-Flaschen
  • Position und Ausrichtung von Produkten korrigieren
  • Produktqualität überwachen und schlechte Produkte ausschleusen
  • Einfache Umsetzaufgaben