Kosmetik

Hohe Agilität beim Abfüllen und Verpacken von Kosmetik

Handelsketten und Endverbraucher fordern immer stärker limitierte und personalisierte Kosmetikprodukte sowie kleiner werdende Bestellmengen. Dieser Trend führt in der Produktion zu kleineren Losgrößen. Folglich sind künftig Abfüll- und Verpackungslinien mit hoher Agilität gefragt. Der große Wunsch der Hersteller: Das kostenattraktive Abfüllen und Verpacken von kosmetischen Produkten soll auch bei kleinen Losgrößen möglich sein. Gemeinsam mit einem deutschen Naturkosmetikhersteller hat das Kompetenzteam Schubert-Cosmetics eine Gesamtlinie vom Zuführen der Komponenten, über das Abfüllen und Verpacken bis zur Palettierung entwickelt und gebaut. Mit dieser Anlage ist ein Formatwechsel in weniger als zwölf Minuten realisierbar. Neue Formatteile aus dem 3D-Drucker sind in weniger als zwei Wochen verfügbar.

Die Kosmetikbranche befindet sich im Wandel. In den Regalen der Drogerien und Supermärkte buhlen immer wieder neue Produkte und Spezialserien um die Gunst der Käufer. Gleichzeitig dürfen die Fertigwarenbestände in den Lagern der Hersteller nicht zu sehr ansteigen. Deshalb müssen die zu produzierenden Losgrößen verkleinert werden. Wo es früher hauptsächlich darum ging, auf Monolinien mit hoher Leistung das Standardproduktsortiment abzufüllen und zu verpacken, ist heute Flexibilität gefragt. Jedes Kosmetikprodukt in unterschiedlichen Verpackungen erfordert im Abfüll- und Verpackungsprozess eine Formatumrüstung der Maschinen. Die bestehenden Anlagen sind dafür jedoch nur selten ausgelegt, was zu sehr langen Umrüstzeiten führt.

Die Visionsanlage ermöglicht eine formatfreie Zuführung der ungeordneten Komponenten dank einer implementierten „Griff in die Kiste“-Funktion.

Schnell sein lohnt sich

Für schnelle Markteinführungen hat Schubert-Cosmetics gemeinsam mit einem deutschen Naturkosmetikhersteller eine agile Visionsanlage mit hoher Linieneffizienz basierend auf Systemkomponenten von Schubert entwickelt und gebaut. Dies gewährleistet einen durchgängigen Ablauf aller Prozessschritte. In einer kompakten TLM-Maschine werden die Einzelteile der Verpackung wie Flaschen, Kappen und Pumpen formatfrei über ein Band zugeführt. Das neue Schubert-eigene
3D-Kamerasystem erfasst die unsortierten und teilweise übereinanderliegenden Objekte dreidimensional. Ein Pick-and-Place-Roboter nimmt diese Komponenten zielgenau auf („Griff aus der Kiste“) und platziert sie auf dem intelligenten Transportroboter Transmodul. Dieser Roboter führt die Komponenten zur Abfüllstation. Nach dem Befüllen wird überprüft, ob alle Flaschen das gewünschte Gewicht aufweisen. Anschließend werden die Behälter verschlossen, etikettiert und bedruckt. Das neu entwickelte und vollumfänglich in die Verpackungsmaschine integrierte Etikettieraggregat appliziert ein Vorder- und Rücketikett oder ein 360°-Etikett. Der Umkarton wird in einem Arbeitsschritt aufgerichtet und mit den Produkten beladen. Ohne eine einzige externe Schnittstelle steht am Ende der effizienten Linie die fertige Palette mit den verpackten Produkten für den Versand bereit.

Das neue 3D-Kamerasystem erfasst nach jedem Eingreifen des Roboters die zugeführten Komponenten dreidimensional und berechnet die Position und Lage des als nächsten aufzunehmenden Produkts.

3D-gedruckte Formatwechselteile minimieren Lieferzeit

Besonders beeindruckend: Ein kompletter Formatwechsel ist auf dieser Gesamtlinie in weniger als zwölf Minuten realisierbar. Nahezu alle Formatwechselteile kommen aus dem 3D-Drucker und können innerhalb von zwei Wochen geliefert oder künftig sogar selbst vor Ort gedruckt werden. Mit dieser neuen Verpackungsanlage von Schubert können Kosmetikhersteller agil auf aktuelle Trends reagieren. Schnelle Markteinführungen lassen sich einfach und effizient auf einer Maschine realisieren.

Die Formatteile in den Werkzeugen bei der Verschließstation bestehen aus 3D-Druckteilen, die sich je nach Form der Kappen einfach und schnell austauschen lassen.