Service

Expertise und Daten sind die neue Währung im Service

Seit Jahren ergänzt die Verpackungsbranche ihre Serviceleistungen durch digitale Angebote wie mobile Instandhaltung. In den letzten Monaten hat der Markt, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, allerdings einen starken Umbruch erlebt. In diesem Wandel verbergen sich aber auch ungeahnte Chancen – die der Verpackungsmaschinenhersteller Schubert aufgreift, um sein Serviceangebot proaktiv weiterzuentwickeln.

Als innovativer Technologievorreiter nutzt Schubert die geänderten Bedingungen, um die innerhalb seiner modularen Verpackungsmaschinen selbst entwickelten und bereits bestehenden digitalen Möglichkeiten jetzt noch weiter auszubauen. Dabei kann das Unternehmen einen großen Vorteil ausspielen. Denn die seit Jahrzehnten gepflegte Philosophie der integrierten, schnittstellenfreien Verpackungsmaschinen hat die Expertise im Haus stetig wachsen lassen und zu einer außerordentlichen Fertigungstiefe geführt – auch auf digitaler Ebene. Die Kombination aus Expertise und digitalen Daten ist die Währung, aus der Schubert neue, proaktive Serviceleistungen für die mobile Instandhaltung generieren wird. Schließlich steht die Maschinenverfügbarkeit an oberster Stelle. So hat der Verpackungsmaschinenhersteller während des Lockdowns nicht nur virtuelle Inbetriebnahmen seiner Verpackungsmaschinen durchgeführt, sondern einen Kunden in Asien per Internet so gekonnt unterstützt, dass dieser in der Lage war, seine neue Anlage selbstständig vor Ort zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen – ohne einen einzigen, real anwesenden Schubert-Techniker.

Der Verpackungsmaschinenhersteller Schubert ermöglicht seinen Kunden auf der Plattform GRIPS.world den Blick auf die OEE-Maschinendaten.
Die starken Einschränkungen im Reiseverkehr aufgrund der Corona-Pandemie haben beim Verpackungsmaschinenhersteller Schubert einen massiven Technologieschub ausgelöst.

Digitale Prozesse werden zum Standard

Mit dem GS.Gate der Schubert-Tochter Schubert System Elektronik ist in jeder Verpackungsmaschine von Schubert bereits ab Werk ein Industrial Gateway eingebaut. Der Server sammelt nicht nur Maschineninformationen und ermöglicht damit auf seiner Plattform GRIPS.world beispielsweise den Blick auf die OEE-Daten, sondern er bietet auch eine mehrfach abgesicherte Schnittstelle zum Internet. Optional können Kunden die Daten für Schubert über das Gateway zugänglich machen. Das öffnet den Weg für exakte Analysen der Maschinenperformance, einen vorausschauenden Service (Predictive Maintenance) und damit langfristig eine höhere Maschinenverfügbarkeit. Eine Darstellung und Anbindung per App ist ebenso auf Dauer denkbar, falls Kunden lieber ihre firmeneigenen Plattformen nutzen möchten.

Mit dem GS.Gate der Schubert-Tochter Schubert System Elektronik ist in jeder Verpackungsmaschine von Schubert bereits ab Werk ein Industrial Gateway eingebaut.
Mit dem GS.Gate der Schubert-Tochter Schubert System Elektronik ist in jeder Verpackungsmaschine von Schubert bereits ab Werk ein Industrial Gateway eingebaut.

Direkte Verfügbarkeit von Produktionsteilen überall auf der Welt

Ebenso untrennbar mit digitalem Service verbunden ist der 3D-Druck. Inzwischen läuft keine Schubert-Maschine mehr aus der Fertigung, ohne dass bestimmte Maschinenteile – vor allem Roboterwerkzeuge – dem 3D-Drucker entstammen. Mit der neuen Part-Streaming-Plattform PARTBOX stellt Schubert seinen Kunden zukünftig zertifizierte digitale Druckjobs per Internet zur Verfügung. Im Set mit einem 3D-Drucker und einem PARTBOX-Zugang entsteht daraus ein intelligent geführtes digitales Lager, das sowohl Maschinenteile als auch verschiedenste Betriebsmittel mit einem Klick bereitstellen kann. Vorstellbar ist außerdem eine Erweiterung der Plattform um übliche Lagerfunktionen wie Bestandsübersicht, Nachbestellungsoptionen und ähnlichem.

Auf der virtuellen Plattform PARTBOX warten Ihre digital gelagerten Ersatzteile, Werkzeuge und Betriebsmittel einfach auf Ihren Druckbefehl.
Mit der neuen Part-Streaming-Plattform PARTBOX stellt Schubert seinen Kunden zukünftig zertifizierte digitale Druckjobs per Internet zur Verfügung.

Digitaler Zwilling Titan bringt neue Kundenvorteile

Eine noch ganz andere Liga neuer Prozesse und Services verspricht der von Schubert entwickelte digitale Zwilling mit dem Namen Titan. Der Verpackungsmaschinenhersteller möchte sich dabei nicht allein auf die räumliche Darstellung beschränken, sondern Verpackungsmaschinen in kürzester Zeit konfigurieren und komplexe Verpackungsprozesse im Bewegtbild vollständig simulieren können. Die veränderten Arbeitsprozesse in der Entwicklung bringen Kunden handfeste Vorteile: Die Konfiguration von Maschinen wird mit dem Titan viel effizienter und sicherer. Lieferzeiten verkürzen sich erheblich. Inbetriebnahmen können vorab simuliert werden, was eine virtuelle Werksabnahme noch einfacher macht. Fließen die echten Maschinendaten dann in den digitalen Zwilling ein, lassen sich zukünftig noch genauere Prognosen über anstehende Service-Intervalle stellen oder auch Alarme für abweichende Werte programmieren. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Gerade für durchproduzierende Branchen wie die Lebensmittelindustrie muss das Ziel digitaler Services lauten: Exakte Vorhersagemodelle der Verpackungsmaschinen, verbunden mit intelligenter Logistik bei Ersatzteilen und einer 24h-Erreichbarkeit im Support. Denn dann lassen sich auch schleichende Veränderungen wie unnatürliche Wärmeentwicklung oder steigende Motorströme in einer Anlage so frühzeitig erkennen und beseitigen, dass größere Stillstände auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Der Support bei Schubert wurde bereits dementsprechend umgestellt: Inzwischen bietet der Verpackungsmaschinenbauer ein zentrales Kundeninterface für alle Anliegen. Auch die für Kunden komplizierte Unterscheidung zwischen Mechanik und Elektronik ist aufgehoben, denn in den Anlagen sind beide Bereiche untrennbar miteinander verbunden. Der Hotline nachgeschaltet ist außerdem ein neu zusammengestelltes Technology Center mit 2nd-Level-Support.

Portraitbild von Uwe Galm
Uwe Galm ist seit April 2020 als Director Customer Services bei der Gerhard Schubert GmbH tätig.