SFT Story

Jens Grieser und Markus Maier von Schubert Fertigungstechnik besprechen die neue automatische Qualitätskontrolle.

Schubert Fertigungstechnik

Mit Pioniergeist zur

Geisterschicht

Dass Unternehmenswerte wie Pioniergeist und Flexibilität bei uns wirklich gelebt werden, zeigt sich, wenn die besten Ideen aus dem Team kommen. So wie von Markus Maier bei Schubert Fertigungstechnik: Eine neue automatische Qualitätskontrolle macht die Produktion von Metallbauteilen effizienter und befreit die Mitarbeitenden von der anstrengenden Nachtschicht.


Jeden Tag kontrollierte der Zerspanungsmechaniker Markus Maier eigenhändig die Qualität der Metallbauteile, die aus den vollautomatischen Robodrill-Anlagen herauskommen. Fräsen die Anlagen auch nur wenige Hundertstel Millimeter daneben, sind die Bauteile wertlos. Denn sie haben eine Aufgabe, die höchste Präzision erfordert: Sie sorgen in unseren Verpackungsmaschinen für den automatischen Wechsel der Roboterwerkzeuge. Der letzte Blick vor dem Ende der Schicht galt deshalb immer den Fanuc-Linien. Doch dann entdeckte Markus Maier eine neue Software – und nahm die Qualitätskontrolle auf eine ganz andere Art in die Hand.

Der Mitarbeiter Markus Maier steht vor einer Robodrill-Anlage

Gemeinsames Pilotprojekt

Nachdem die eigene Geschäftsführung ins Boot geholt war, starteten die Mitarbeitenden von Schubert Fertigungstechnik ein Pilotprojekt: Zusammen mit dem Software-Hersteller Blum-Novotest und dem Anlagenbauer Fanuc integrierten sie das digitale Tool FormControl X in die Fertigungslinien. Wohlwissend, dass eine solche Aktion nicht auf Anhieb funktioniert und unter Umständen einiges an Entwicklungsarbeit fordert. Doch alle Beteiligten waren hoch motiviert, die Software so mit den Robodrill-Anlagen zu vernetzen, dass die Qualitätskontrolle vollautomatisch läuft. Und das gelang: Sämtliche Bauteile werden jetzt schon während der Bearbeitung permanent gemessen und bewertet.


>> Von manuell zu vollautomatisch – ein Riesenschritt, der die Qualitätskontrolle spürbar beschleunigt.

Ampelsystem reduziert Ausschuss

Ein einfaches Ampelsystem am Laptop zeigt nun, ob alle Messwerte noch im Toleranzbereich sind. Sobald ein Maß anfängt, zu „wandern“, also sich vom Normalwert zum Rand des Toleranzbereichs verändert, ist das in der Auswertung sichtbar und der Anlagenbediener kann sofort eingreifen. Zu Zeiten der manuellen Kontrolle hinter der Linie ließ sich ein Fehler erst erkennen, wenn schon eine ganze Reihe falscher Bauteile fertig produziert war. Inzwischen werden alle Maße mit Toleranz unter einem Zehntel Millimeter automatisch gemessen, ebenso Form- und Lagetoleranzen, die in der Bearbeitung häufig voneinander abhängen. Markus Maier erklärt: „Die Software entlastet mich von Messaufgaben. So kann ich mich mehr auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren. Die Arbeit an der Maschine ist auch entspannter, weil wir immer wissen, wo wir qualitätsmäßig stehen.“

Portrait Jens Grieser, Geschäftsführer Schubert Fertigungstechnik

„Hohe Fertigungsqualität, weniger Ausschuss und keine Nachtschicht mehr: Besser kann ein Pilotprojekt nicht laufen.“

Jens Grieser, Geschäftsführer Schubert Fertigungstechnik

Auf dem Laptop eines Mitarbeiters ist das Schema eines Metallbauteils zu sehen.

Nachts läuft die Geisterschicht

Doch erst, wenn der Zerspanungsmechaniker nach Hause geht, zeigt die neue Qualitätskontrolle, was noch in ihr steckt. Denn mit der Software können die Maschinen die ganze Nacht vollkommen autonom laufen. Ohne die Gefahr, acht Stunden lang nur Ausschuss zu produzieren. Möglich ist das, weil die Bearbeitungslinien jetzt selbst erkennen, ob Fertigungstoleranzen überschritten werden. In diesem Fall brechen sie die aktuelle Produktion ab und wechseln auf ein anderes Bauteil, das vorher entsprechend gerüstet wurde. Parallel dazu wird ein Messprotokoll geschrieben. „Jetzt kann ich meine Aufgaben in der normalen Arbeitszeit erfüllen – das ist für mich ein großer Gewinn!“, freut sich Markus Maier.


>> Anstrengende Nachtschichten an den Robodrill-Anlagen sind bei Schubert Fertigungstechnik Geschichte.

Ausbau auf anderen Maschinen

Dem starken Ergebnis der Fanuc-Anlagen sollen jetzt weitere Fertigungslinien folgen. Vier Maschinen sind schon mit neuer Qualitätskontrolle ausgestattet, andere befinden sich im Testlauf. Dabei kann von allen Anlagen und Arbeitsplätzen parallel auf die Daten der Software zugegriffen werden. Optimal ist die Lösung, wenn die Maschine im Bedarfsfall entweder automatisch ein Schwesterwerkzeug einsetzt oder mithilfe eines Palettenbahnhofs auf ein anderes Bauteil wechselt. So kann die mannlose Maschinenzeit bei Schubert Fertigungstechnik nach und nach verlängert werden.