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01.04.2026

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Gerhard Schubert GmbH

Wenig Platz, hohe Leistung: Verpackungslinien kompakt planen – ohne Zugänglichkeits-Fallen

Maschine

Wie lässt sich eine leistungsfähige Verpackungslinie auf begrenztem Raum im Bestandsbau realisieren?


Durch eine Layoutplanung, die von Anfang an Gebäuderestriktionen, Prozessumgebung und Zugänglichkeit zusammendenkt – und durch modulare Maschinentechnik, die sich flexibel an den verfügbaren Raum anpasst.


Dieser Artikel behandelt:

- Welche Faktoren den realen Platzbedarf einer Verpackungslinie bestimmen

- Den zentralen Trade-off zwischen Kompaktheit und Zugänglichkeit

- Konkrete Stellhebel, um Fläche intelligent zu nutzen

- Praxisbeispiele aus dem Bestandsbau

- Wie Schubert bei der Layoutplanung unterstützt

Platzbedarf einer Verpackungslinie: Acht Faktoren, die oft unterschätzt werden

Die reine Maschinengrundfläche ist nur ein Teil der Wahrheit. Der tatsächliche Platzbedarf ergibt sich aus mehreren Faktoren, die in der frühen Planung leicht übersehen werden:


  • Gebäuderestriktionen: Säulen, Deckenhöhe, Bodentraglast, Tore und Fluchtwege sind nicht verhandelbar. Besonders bei Installationen im Obergeschoss kann die Bodentraglast zum limitierenden Faktor werden.
  • Vor- und nachgelagerte Prozesse: Backöfen, Kühlstrecken, Coating-Anlagen oder Tiefkühlbereiche bestimmen, wo der Produktfluss beginnt und endet.
  • Materialzuführung und -abführung: Kartonzuschnitte, Folienrollen, Paletten – Wege für Hin- und Abtransport müssen eingeplant werden.
  • Pufferzonen und Übergabepunkte: Übergabebereiche zwischen vorgelagerten Prozessen und der Verpackung.
  • Formatwechsel und Bedienwege: Wer regelmäßig Formatteile (also produktspezifische Wechselteile) tauscht, etwa bei steigender Variantenvielfalt oder wechselnden Private-Label-Aufträgen, braucht freie Zugänge und Ablageflächen.
  • Versorgungsinfrastruktur: Druckluft, Elektrik, Absaugung – die Leitungsführung gibt Maschinenpositionen vor.
  • Hygienetrennung und Zonenbildung: Definierte Übergänge, Schleusen oder räumliche Abstände zwischen Hygienezonen – besonders in der Lebensmittelproduktion.
  • Skalierbarkeit: Wird die Linie später erweitert oder kommen neue Formate hinzu, sollte das Layout schon heute Reserven vorsehen.

Der zentrale Trade-off: Kompaktheit vs. Zugänglichkeit

Kompakt bauen klingt verlockend. Doch wer den Platzbedarf zu aggressiv minimiert, erkauft sich Probleme im Betrieb. Wartungszugänge werden eng, Formatwechsel dauern länger, Reinigungsarbeiten werden aufwendiger. Wie Markus Vogelmann, Vertriebsingenieur bei Schubert, es formuliert: „Kompaktheit kann ein Vorteil sein, oder im Gegensatz zur Zugänglichkeit der Maschine stehen. Es muss immer abgewogen werden, wie kompakt eine Maschine gebaut werden sollte, damit es im Betrieb noch Sinn ergibt."

Wer eine Verpackungslinie kompakt planen will, muss beide Anforderungen ehrlich gegeneinander abwägen – um nicht erst beim Aufbau festzustellen, dass ein Schaltschrank vor einer Säule steht. Gerade wenn häufige Formatwechsel zum Alltag gehören, wird ein durchdachtes Bedienkonzept zum echten Produktivitätsfaktor.

Kurze Orientierung: TLM, Lightline und Tog

Wir bieten drei Produktfamilien, die jeweils für unterschiedliche Verpackungsanforderungen konzipiert sind: Die TLM-Anlagen (Top Loading Maschinen) stehen für maximale Performance – hochflexible, modulare Verpackungslösungen für anspruchsvolle integrierte Prozesse im Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungsbereich. Die Lightline bietet einen schnellen Einstieg in die automatisierte Verpackung: vorkonfigurierte Standardmaschinen, kompakt in der Bauweise und reduziert auf das Wesentliche – ideal für Verpackungsaufgaben, die geringere Flexibilität im Verpackungsprozess fordern. Die Maschinen der Tog-Reihe stehen für uneingeschränkte Wandelbarkeit: zu 100 % standardisierte Produktionszellen, die jeweils nur eine Funktion im Verpackungsprozess abdecken (z. B. Karton aufrichten oder Pick-and-Place), können zu einem flexiblen Gesamtsystem vernetzt werden und schaffen so eine maximal wandelbare Produktion.

Plan

Layoutplanung für Verpackung: So nutzen Sie den verfügbaren Raum optimal

Mehrere Hebel machen in der Praxis den größten Unterschied:

1. Layout und Materialfluss: Die Anordnung der Maschinen entlang des Produktflusses entscheidet über den Gesamtflächenbedarf. Ob L-förmig, U-förmig oder linear – das Layout muss zur Halle passen, nicht umgekehrt. Deshalb planen wir jede Linie individuell auf Basis des konkreten Hallenplans.

2. Modularer Maschinenaufbau und flexible Gestellgrößen: Unsere Anlagen bestehen aus standardisierten Teilmaschinen, die in unterschiedlichen Gestellgrößen verfügbar sind – variabel in Breite, Höhe und Länge. Das ermöglicht es, Layouts gezielt um bestehende Hallensäulen oder andere bauliche Elemente herum zu konzipieren. Beim US-amerikanischen Backwarenhersteller Carolina Foods etwa ließ sich unsere TLM-Anlage durch modulare Bauweise und individuelle Layoutplanung in die vorhandene Hallenstruktur integrieren – ohne Umbau der Gebäudeinfrastruktur (mehr erfahren).

3. Integration von Prozessschritten: Statt mehrere Einzelmaschinen für bestimmte Aufgaben im Verpackungsprozess hintereinanderzureihen, können Funktionen in einer Anlage schnittstellenfrei zusammengefasst werden. Das spart Übergabepunkte – und damit Fläche. Bei More than a Bakery integrierten wir zwei Flow-Module in ein Maschinengestell mit Zuführung über Pick-and-Place statt Transportbänder – Ergebnis: bis zu 70 % Platzersparnis (mehr erfahren).

4. Auswahl der passenden Robotertechnologie: Auch die Wahl des Robotertyps beeinflusst den Platzbedarf einer Verpackungslinie. Wir setzen als einer der wenigen Verpackungsmaschinenbauer sowohl Scara- als auch Delta-Roboter ein – und wählen je nach Anwendung den passenden Typ. Scara-Roboter bieten einen großen L-förmigen Arbeitsbereich und sind schnell in der horizontalen Bewegung, benötigen aber mehr Raum. Delta-Roboter haben einen kompakten elliptischen Arbeitsbereich und lassen sich mehrfach nebeneinander staffeln. Sie eignen sich daher besonders bei beengten Platzverhältnissen. Zusätzlich bieten sie durch ihre fünfte Achse weitere Freiheitsgrade – etwa für geschwenkte Ablagewinkel oder Spreizbewegungen. Der Vorteil: Wir können beide Kinematiken flexibel kombinieren und so den verfügbaren Raum optimal ausnutzen.

5. Lightline – kompakte Lösung für standardisierte Verpackungsaufgaben: Nicht jede Verpackungsaufgabe erfordert eine hochflexible TLM-Anlage. Die Lightline-Maschinenserie bietet einen schnellen, platzsparenden Einstieg in die Automatisierung von beispielsweise End-of-Line-Prozessen wie Kartonieren, Sammelpacken oder Palettieren. Durch ihre kompakte Bauweise eignet sich die Lightline besonders dort, wo wenig Stellfläche zur Verfügung steht und standardisierte Verpackungsaufgaben zuverlässig gelöst werden sollen.

6. Tog – wandelbare Produktionszellen auf begrenzter Fläche: Die Tog-Reihe verfolgt einen anderen Ansatz: Statt starrer Linien setzt Tog auf vollständig standardisierte Einzelmaschinen mit klar definierten Funktionen. Jede Zelle arbeitet eigenständig und lässt sich flexibel in bestehende Prozesse integrieren – als Standalone-Lösung oder als Teil eines größeren Systems. Die Tog Erecting Unit etwa richtet Schachteln mit bis zu 60 Takten pro Minute auf, kompakt und ohne aufwendige Einrichtung. Der Tog Cobot übernimmt anspruchsvolle Pick-and-Place-Aufgaben mit bis zu 90 Takten pro Minute. Gerade bei begrenztem Platz eröffnet das flexibel wandelbare Tog-Konzept neue Möglichkeiten: Funktionen können dort platziert werden, wo Raum verfügbar ist – und bei veränderten Anforderungen einfach neu angeordnet werden.

7. Bevorratung von Formatteilen einplanen: Wer regelmäßig Formate wechselt, braucht nicht nur freie Zugänge an der Maschine, sondern auch Ablageflächen für die Formatteile in unmittelbarer Nähe der Linie. Dieser Platzbedarf wird in der frühen Planung häufig unterschätzt – und sollte von Anfang an im Layout berücksichtigt werden.

Layoutplanung mit Schubert: So unterstützen wir von Anfang an

Bei uns ist die Layoutplanung kein nachgelagerter Schritt – sie ist fester Bestandteil jedes Projekts von Anfang an. Bereits im ersten Gespräch denken unsere Verkaufsingenieure mit: Wie sieht die Halle aus? Wo stehen Säulen, wo verlaufen Leitungen? Welche vor- und nachgelagerten Prozesse müssen angebunden werden? Gibt es Hygienezonen, die berücksichtigt werden müssen?

Unser Anspruch ist es, nicht einfach eine Maschine zu liefern, sondern gemeinsam mit Ihnen eine Lösung zu erarbeiten, die in Ihre Produktion passt – räumlich, prozesstechnisch und wirtschaftlich. Damit aus einer Investition in neue Verpackungstechnik auch langfristig ein tragfähiges Ergebnis wird.

Checkliste: Fünf Punkte für Ihre Layoutplanung

  • Gebäuderestriktionen dokumentieren – Säulen, Deckenhöhe, Bodentraglast, Tore und Fluchtwege erfassen.
  • Vor- und nachgelagerte Prozesse einbeziehen – Wo beginnt und endet der Produktfluss? Welche Hygienezonen gelten? Wie sieht der Logistikprozess in diesem Projekt aus?
  • Materialfluss ganzheitlich denken – Zuführung, Abführung und Pufferzonen in die Flächenplanung einbeziehen.
  • Skalierbarkeit prüfen – Reicht der Platz auch für neue Formate oder spätere Erweiterungen?
  • Frühzeitig den Dialog starten – Je früher Maschinenbauer und Planer gemeinsam auf den Hallenplan schauen, desto besser das Ergebnis – idealerweise bereits in der Konzeptphase, bevor Hallenpläne finalisiert werden.

Nächster Schritt

Sie planen eine neue Verpackungslinie in einer bestehenden Produktion und möchten wissen, was auf Ihrer Fläche möglich ist? In einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch schauen wir uns gemeinsam Ihre Situation an – und klären, welche Optionen Ihr Raum bietet.

Häufige Fragen zur Layoutplanung bei Platzmangel

Wie viel Platz braucht eine Verpackungslinie?

Der Platzbedarf hängt nicht nur von der Maschinengrundfläche ab, sondern von Faktoren wie Gebäuderestriktionen, Materialfluss, Bedienwegen, Hygienezonen und Skalierbarkeit.


Kann eine Verpackungslinie in eine bestehende Halle integriert werden?

Ja – durch individuelle Layoutplanung, modularen Maschinenaufbau mit flexiblen Gestellgrößen und die Wahl der passenden Robotertechnologie lassen sich Verpackungslinien auch im Bestandsbau realisieren.


Was tun, wenn die Stellfläche für eine vollständige Verpackungslinie nicht ausreicht?

Dann lohnt sich ein Blick auf Maschinenkonzepte, die gezielt auf kompakte Bauweise ausgelegt sind. Unsere Lightline-Serie beispielsweise bietet vorkonfigurierte Standardmaschinen für typische Verpackungsaufgaben wie Kartonieren, Sammelpacken oder Palettieren – platzsparend konstruiert und schnell einsatzbereit. So lässt sich auch auf begrenzter Fläche ein zuverlässiger Einstieg in die automatisierte Verpackung realisieren.


Wie früh sollte man den Maschinenbauer in die Layoutplanung einbinden?

Idealerweise bereits in der Konzeptphase, bevor Hallenpläne finalisiert werden. Je früher, desto besser das Ergebnis.

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