15.07.2026

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Gerhard Schubert GmbH

Mischpackungen automatisieren: So funktionieren Assortment Lines

Wie lassen sich verschiedene Produktsorten effizient zu einer Mixpackung verpacken – ohne hohen Personaleinsatz und Qualitätseinbußen?

Feine Pralinen verschiedener Sorten in einem Tray. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen von Tiernahrung im Beutel, zusammen in einer Kartonpackung. Verschiedene Energieriegel in einer Schachtel. Was all diese Produkte gemeinsam haben: Mehrere Sorten müssen in einem definierten Mischverhältnis in eine gemeinsame Verpackung gelangen – zuverlässig, schnell und in gleichbleibender Qualität.


Genau dafür setzen wir bei Schubert auf sogenannte Assortment Lines – automatisierte Verpackungslinien, die Bildverarbeitung, Pick-and-Place-Robotik und eine flexible Systemarchitektur kombinieren. Im Kern kommt es dabei auf drei Dinge an: Die Anlage muss die gewünschten Mischverhältnisse abbilden können, die Produkte müssen ihr richtig zugeführt werden, und jede Sorte muss zuverlässig erkannt werden.

Warum Mixpackungen immer wichtiger werden

Verbraucher wünschen sich Abwechslung – und der Handel liefert sie: Familienpackungen und Varietätenpackungen, in denen für jeden Geschmack etwas dabei ist. Tiernahrungsmixe, damit Hund oder Katze nicht jeden Tag dasselbe im Napf haben. Pralinensortimente mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen in einer Schachtel. Hinter all diesen Produkten steht derselbe Anspruch: verkaufsfertige Packungseinheiten, die unterschiedliche Sorten eines Produkts enthalten.

Auch der Handel selbst treibt den Trend: Shelf-Ready-Verpackungen sollen die Produktvielfalt direkt im Regal abbilden – etwa bei Tiernahrung, wo Beutel, Schalen und Dosen verschiedener Sorten in einer bunten Mischung im Display stehen. Die Nachfrage nach Mixpackungen steigt damit branchenübergreifend – in der Süßwarenindustrie ebenso wie im Petfood-Segment, wo immer mehr Vertriebskanäle und Handelsmarken eigene Mischvarianten fordern.

Doch was im Regal überzeugt, stellt die Verpackungstechnik vor erhebliche Herausforderungen. Denn Mischpackungen bedeuten: unterschiedliche Produkte müssen in definierter Reihenfolge, korrekter Ausrichtung und exakter Stückzahl in eine gemeinsame Verpackung gelangen. Und das bei wechselnden Zusammenstellungen, saisonalen Sondersortimenten und steigenden Leistungsanforderungen.

Warum manuelle Prozesse an ihre Grenzen stoßen

Viele Hersteller stellen Mischpackungen bis heute manuell oder teilmanuell zusammen. Das funktioniert bei überschaubaren Stückzahlen – doch sobald Sortenvielfalt, Volumen und Taktfrequenz steigen, zeigen sich die Schwachstellen:

  • Präzision nimmt ab: Wer acht Stunden lang Pralinen in enge Kavitäten sortiert oder Standbodenbeutel in Kartons schichtet, macht irgendwann Fehler. Die Folge sind Reklamationen und Ausschuss.
  • Personalverfügbarkeit wird zum Engpass: Saisonspitzen erfordern kurzfristig mehr Personal. Gleichzeitig erschweren Fachkräftemangel und hohe Fluktuation die Besetzung. Recruiting, Einarbeitung und Überstunden treiben die Kosten. Immer mehr Hersteller stellen deshalb auf automatisierte Verpackung um – schlicht, weil kein Personal mehr für diese Aufgabe zur Verfügung steht.
  • Qualität schwankt: Unterschiedliche Erfahrungslevel im Team führen zu uneinheitlichen Ergebnissen. Handelspartner mit strengen Qualitätsvorgaben akzeptieren das auf Dauer nicht.
  • Skalierung ist kaum möglich: Neue Mixvarianten oder zusätzliche Handelsformate lassen sich nicht einfach durch mehr Hände am Band abbilden.

Ein oft übersehener Vorteil der Automatisierung: Mitarbeiter, die bisher monotone Sortier- und Verpackungsaufgaben übernommen haben, können für höherwertige Tätigkeiten eingesetzt werden – etwa in der Qualitätssicherung, Anlagenüberwachung oder Prozessoptimierung.

So funktioniert eine Assortment Line

Eine Assortment Line ist eine automatisierte Verpackungslinie, die verschiedene Produktsorten in einem definierten Mischverhältnis zu einer gemeinsamen Packung zusammenstellt. Dafür arbeiten mehrere Funktionsbausteine als abgestimmtes System zusammen:

Produkte erkennen und zuordnen

Bevor ein Roboter ein Produkt greifen kann, muss das System wissen, was vor ihm liegt. Unsere intelligenten Bildverarbeitungssysteme und Scanner erfassen jedes einzelne Produkt: Form, Lage, Farbe, Oberflächenbeschaffenheit, Schriftzüge auf den Packungen. So lässt sich auch die Qualität prüfen: Verbrannte Kekse, beschädigte Pralinen oder fehlerhafte Pouches werden erkannt und gar nicht erst verpackt.

Beim dänischen Süßwarenhersteller Toms etwa setzen wir 2D-Auflichtscanner ein, die Farbe, Form und Qualität jeder einzelnen Praline erfassen – bei 24 verschiedenen Sorten und 14 Traygrößen (mehr erfahren).

Greifen und platzieren

Unsere Pick-and-Place-Roboter übernehmen das eigentliche Bestücken der Verpackungen. Sie arbeiten rund um die Uhr mit gleichbleibender Präzision, greifen auch empfindliche Produkte schonend und lassen sich über wechselbare Werkzeuge schnell auf andere Produkttypen umstellen.

Anders als menschliche Hände ermüden sie nicht – die Leistung bleibt auch nach zehn Stunden konstant. Bei Toms bestücken sechs Vierachs-Roboter 18 unterschiedliche Pralinensortimente mit 44 Trays pro Minute – millimetergenau in eng geformte Kavitäten.

Mischverhältnis und Packschema beherrschen

Die eigentliche Komplexität liegt nicht im einzelnen Griff, sondern in der Orchestrierung: Welches Produkt kommt von welcher Zuführung? In welcher Reihenfolge wird die Verpackung befüllt? Stimmt die Stückzahl pro Sorte? Am besten lässt sich die Anlage auslegen, wenn das Mischverhältnis weitgehend ausgewogen ist – etwa 50:50 oder 60:40. Je ungleichmäßiger die Verteilung, desto anspruchsvoller wird die Steuerung.

Auch das Packschema spielt eine wichtige Rolle: Soll in der Oberlage jede Geschmacksrichtung sichtbar sein? Wird pro Lage eine Sorte verpackt oder gemischt? Je nach Anforderung setzen wir auf Direktbeladung – das heißt, jedes Produkt wird von einem Roboter direkt aufgenommen und in der Packung abgelegt – oder eine vorgelagerte Gruppierung der Produkte. Unsere Scanner und Steuerung arbeiten zusammen, um sicherzustellen, dass jede Verpackung exakt dem vorgegebenen Sortiment entspricht. Eine Kamera am Auslauf prüft abschließend die Vollständigkeit – nur korrekt befüllte Packungen verlassen die Linie.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unsere Assortment Line für den Tiernahrungshersteller Ospelt: Standbodenbeutel und Pouches werden in bis zu vier Sorten und unterschiedlicher Stückzahl pro Verpackung automatisiert zusammengestellt – in mehreren Kartongrößen und Trayformaten, bei Bandgeschwindigkeiten bis 25 m/min (mehr erfahren).

Flexibilität absichern

Mischpackungen leben von Abwechslung. Deshalb muss die Anlage mit wechselnden Anforderungen Schritt halten können:

  • 3D-Druck-System (Partbox): Neue Formatteile und Roboterwerkzeuge lassen sich innerhalb weniger Stunden direkt vor Ort drucken – statt wochenlang auf konventionell gefertigte Teile zu warten. Das verkürzt Umrüstzeiten und reduziert Stillstände.
  • Modularer Maschinenbau: Neue Mischverhältnisse oder Verpackungsformate lassen sich dank unseres modularen Maschinenbaus einfach umsetzen oder nachträglich ergänzen.
  • Einfache Bedienung: Über das HMI – die Bedienerschnittstelle der Anlage – lässt sich jederzeit ein neues Verpackungsprogramm auswählen oder eine kurzfristige Änderung am Packschema vornehmen. Das macht den Wechsel zwischen Mischvarianten schnell und unkompliziert.
  • Skalierbarkeit über Standorte hinweg: Dank des modularen Aufbaus und standardisierter Systemkomponenten lassen sich bewährte Anlagenkonzepte auf weitere Linien oder Standorte übertragen – ohne jedes Mal bei null anzufangen. Das reduziert den Engineering-Aufwand bei Folgeprojekten und sorgt für einheitliche Standards im gesamten Maschinenpark.

Erst die Zuführung, dann die Maschine: Wie kommen die Produkte zur Anlage?

Ein Aspekt, der bei der Planung von Mischpackungslinien häufig unterschätzt wird: die Produktzuführung. Denn die verschiedenen Sorten werden in der Regel sortenrein produziert, zwischengelagert und erst dann zur Verpackungsmaschine gebracht. Über separate Bänder werden die einzelnen Sorten geordnet zur Maschine geführt. Diese sogenannte Offline-Zuführung ist der häufigere Fall und bietet mehr Flexibilität als eine direkte Online-Zuführung aus der Produktion, bei der alle Linien exakt synchron laufen müssten.

Je nach Automatisierungsgrad reicht die Bandbreite von manueller Zuführung durch Bedienpersonal über halbautomatische Lösungen mit Rolltransporteuren bis hin zu vollautomatischen Systemen mit Depalettierrobotern und fahrerlosen Transportsystemen. Bei der Online-Zuführung kommen diverse Förderstrecken zum Einsatz. Wer eine Mixanlage plant, sollte die Intralogistik deshalb von Anfang an mitdenken.

Beim Einlauf der Produkte in die Verpackungsmaschine müssen diese zunächst vereinzelt werden, bevor sie sortenrein in die Maschine gelangen. Dabei kommen häufig spezielle Funktionen zum Einsatz: Rüttelbänder etwa sorgen dafür, dass Produkte gleichmäßig verteilt und in die richtige Position gebracht werden. Wendestationen drehen Produkte in die korrekte Lage – bei Beuteln beispielsweise muss die bedruckte Schauseite meist nach oben zeigen, damit das Packungsbild den Vorgaben des Marketings entspricht.

Wichtig bei Online-Zuführung – der Produktüberlauf: Wenn das Mischverhältnis nicht gleichmäßig verteilt ist oder eine Produktionslinie ausfällt, entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Produktions- und Verpackungsprozess. Es kann zu Überschüssen einzelner Sorten kommen, die nicht direkt verpackt werden können. Ohne Puffer- und Rückführsysteme gehen diese Produkte in einer Onl

Diese Systeme müssen von vornherein mitgedacht und kapazitär richtig ausgelegt werden. Sonst führen Stillstände im Herstellprozess schnell zu unvollständig befüllten Packungen oder einem Überlauf an Produkten. Offline-Lösungen bieten hier mehr Flexibilität durch die Entkopplung des Verpackungsprozesses von den Vorprozessen.

Besondere Anforderungen: E-Commerce-Packungen

Nicht jede Mixpackung landet im Supermarktregal. Im wachsenden E-Commerce-Segment gelten andere Spielregeln: Hier steht die Stabilität beim Versand im Vordergrund. Verpackungen müssen Droptests bestehen, Lagen dürfen beim Transport nicht verrutschen, und die Materialstärke muss entsprechend höher ausgelegt sein – etwa durch Wellkarton oder zusätzliche Verstärkungen.

Gleichzeitig muss die Anlage flexibel genug sein, um verschiedene Kartonformate und -größen abzubilden. Unsere modulare Systemarchitektur ermöglicht es, sowohl Shelf-Ready-Verpackungen für den stationären Handel als auch versandstabile E-Commerce-Packungen auf derselben Linie zu verarbeiten.

Investitionsrisiko reduzieren

Wer über die Automatisierung von Mischpackungen nachdenkt, steht vor einer substanziellen Investitionsentscheidung. Deshalb bieten wir konkrete Möglichkeiten, das Risiko kalkulierbar zu halten:

  • Technikum und Proof of Concept: In unserem Technikum in Crailsheim führen wir Werkzeugtests mit Ihren Produkten durch – bevor die Investitionsentscheidung fällt.
  • Eingeplante Erweiterbarkeit: Künftige Formate und Anwendungen berücksichtigen wir bereits bei der Anlagenplanung, sodass die Linie mit Ihrem Geschäft wachsen kann.
  • Machine Life Cycle: Unsere Maschinen sind auf eine Lebensdauer von 20 Jahren und mehr ausgelegt. Über diesen gesamten Zeitraum stellen wir die Ersatzteilverfügbarkeit sicher – damit Ihre Investition langfristig abgesichert ist.
  • Begleitung bis in den Regelbetrieb: Die Inbetriebnahme endet bei uns nicht mit dem Knopfdruck. Wir begleiten den Ramp-up vor Ort, schulen Ihr Bedienpersonal und Ihre Instandhaltung und stellen sicher, dass Ihre Organisation die Anlage nach Übergabe eigenständig beherrscht – von der täglichen Bedienung bis zur Fehlerdiagnose.

Checkliste: 12 Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie Mischpackungen automatisieren


  1. Wie viele Sorten an Produkten möchte ich in einer Mischpackung verpacken?

  2. Wie kommen meine Produkte an die Verpackungsanlage? Online, direkt aus dem Vorprozess – oder offline und sortenrein, z. B. aus einem Zwischenlager?

  3. Bei einer Offline-Zuführung: Müssen die Produkte aus bestimmten Containern entladen werden, z. B. WIP-Trays, Bleche oder E2-Kisten? Bedarf es einer Produktvereinzelung?

  4. Bei einer Online-Zuführung: Benötige ich Puffer- oder Rückführmöglichkeiten, wenn es im Herstellprozess einer Sorte zum Stillstand kommt?

  5. Welche Packmittel sollen auf der Anlage laufen – z. B. verkaufsfertige Packungen, Shelf-Ready-Display-Kartons oder E-Commerce-fähige Packungen?

  6. Welche besonderen Anforderungen habe ich an E-Commerce-Packungen – etwa hinsichtlich Stabilität, Materialstärke oder Droptests?

  7. Welche Packungsgrößen möchte ich abbilden?

  8. Benötige ich Sonderfunktionen in meiner Anlage, wie zum Beispiel das Wenden von Produkten oder das Ausrichten der Schauseite?

  9. Wie sind die Mischverhältnisse innerhalb der Packungen?

  10. Welches Packschema liegt zugrunde? Sortenrein pro Lage oder gemischte Sorten pro Lage?

  11. Wie sollen die verschiedenen Sorten erkannt werden – über die Zuführspur oder per Scanner- und Kameratechnologie?

  12. Wie viel Platz habe ich in meiner Produktion zur Verfügung? (Lesen Sie dazu auch unseren Blogartikel zum Thema Verpackungslinien kompakt planen)

Ausblick: Warum Flexibilität zur Pflicht wird

Die Rahmenbedingungen für Lebensmittel- und Tiernahrungshersteller werden sich weiter verschärfen: kürzere Produktlebenszyklen, mehr Varianten bei kleineren Losgrößen, steigende Qualitätsansprüche von Handel und Verbrauchern – und ein Fachkräftemangel, der sich nicht von selbst löst. Wer Mischpackungen heute noch überwiegend manuell zusammenstellt, wird diese Anforderungen auf Dauer nicht zuverlässig erfüllen können.


Entscheidend ist dabei, die passende Lösung nicht nur technologisch, sondern auch strategisch zu denken: Welche Mischverhältnisse und Packschemata sind marktfähig? Welche Verpackungsformate – Shelf-Ready, E-Commerce, klassische Schachtel – werden künftig gebraucht? Diese Fragen sollten lange vor dem Bau einer Anlage beantwortet werden.

Mit unseren Assortment Lines schaffen Sie die Grundlage, um Sortenvielfalt nicht als Belastung, sondern als Wettbewerbsvorteil zu nutzen: mit planbarem Personaleinsatz, konstanter Qualität und der Fähigkeit, auf neue Marktanforderungen schnell zu reagieren.


Sie möchten wissen, wie sich Ihre Mischpackungen automatisieren lassen? In einem unverbindlichen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam Ihr Produktportfolio, Ihre Varianten und Volumina – und zeigen Ihnen Optionen von der Teilautomatisierung bis zur Komplettlösung.Termin vereinbaren

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